






Männer sind Vorsorgemuffel. Nur 23 Prozent der "Herren der Schöpfung", die älter als 45 Jahre sind, gehen regelmäßig zur Krebsfrüherkennung. Frauen sind dagegen wesentlich vorsorgeaufgeschlossener. 50 Prozent der Anspruchsberechtigten gehen einmal im Jahr zur Krebsfrüherkennung zum Frauenarzt. Und auch bei der Gesundheitsuntersuchung, dem sogenannten Check up, sind noch viel zu wenige dabei - und das, obwohl die Krankenkassen diesen Gesundheits-TÜV light für Menschen, die älter als 35 Jahre sind, alle zwei Jahre zahlen.
Angsichts dieser Zahlen fordern Gesundheitspolitiker aller Fraktionen inzwischen sogar, dass Früherkennungs-
untersuchungen zur "Bürgerpflicht" werden, wie es jetzt anlässlich des Krebskongresses in Berlin hieß. Wer nicht an den Früherkennungsprogrammen teilnimmt, so die Forderung, soll dann mit Abschlägen - ähnlich wie beim Zahnersatz "bestraft" werden
Nicht erst der Zwang zur Früherkennung sollte zur Teilnahme motivieren. Denn die Zahlen sprechen hier für sich. 50.000 Menschen erkranken z.B. pro Jahr in Deutschland an Darmkrebs. Damit ist diese Krebsart inzwischen bei Männern nach dem Lungenkrebs und bei Frauen nach dem Brustkrebs die zweithäufigste bösartige Tumorerkrankung. Auf Grund einer Darmkrebserkrankung versterben pro Jahr 20.000 Betroffene– und das, obwohl bei entsprechender Früherkennung niemand an Darmkrebs sterben müsste. Anders als z.B. Brust-, Prostata oder Gebärmutterkrebs ist das Entstehen von Darmkrebs nämlich so gut wie vermeidbar.
Denn 98 Prozent aller Darmtumoren entstehen aus sogenannten Darmpolypen, gutartigen Gewebewucherungen im Darm, die später zu Krebs entarten. Solche Polypen lassen sich dank der Fortschritte in der modernen Medizin heute leicht erkennen und schon im gutartigen Stadium entfernen. Selbst wenn ein Polyp bösartig ist, ist mit der Entfernung die Behandlung abgeschlossen und eine weitere Therapie in den meisten Fällen nicht mehr nötig.
Darmkrebs lässt sich mit HIlfe von speziellen Stuhltest schon im Frühstadium erkennen. Die gesetzlichen Krankenkasse zahlen hier nur einen einfachen Test. Es gibt inzwischen auch immunologische Stuhltests, die nahezu 100prozentige Sicherheit bieten. Diesen Test können Sie hier in der Praxis durchführen lassen.
Zur Darmspiegelung überweisen wir Sie gern an spezialisierte Praxen. Die sogenannte Vorsorgekoloskopie können Sie ab dem 55. Lebensjahr alle 10 Jahre auf Kosten Ihrer Krankenkasse in Anspruch nehmen. Nach vorheriger Reinigung und Ruhigstellung des Darms wird bei dieser Untersuchung ein biegsames Koloskop, eine kleine Kamera, mit deren Hilfe der Arzt die Darminnenwände ansehen und begutachten kann, in den Darm eingeführt. Falls notwendig, können während der Untersuchung Gewebsproben für eine weiterführende mikroskopische Analyse entnommen und vorhandene Darmpolypen abgetragen werden. Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten. Um Schmerzen vorzubeugen, erhalten Sie vor der Untersuchung ein Medikament zur Beruhigung und Schmerzlinderung. Auf Wunsch kann die Darmspiegelung auch im Tiefschlaf durchgeführt werden, so dass Sie vom Untersuchungsverlauf gar nicht bemerken.
Nutzen Sie deshalb im Rahmen der erweiterten Krebsfrüherkennung - Tastuntersuchung und Bestimmung des PSA-Wertes zur Früherkennung von Prostata-Krebs - auch die die Möglichkeit der Darmvorsorge. Falls Sie vorab weitere Informationen wünschen, beraten wir Sie gern ausführlich